Informationen über Aktivitäten

2019

7. Tag der Industriekultur in Leipzig / Veranstaltung im Deutschen Museum für Galvanotechnik

Am 27.08.2019 beteiligt sich der Verein Deutsches Museum für Galvanotechnik e. V.  wieder mit einem Programmangebot am mittlerweile 7. Tag der Industriekultur in Leipzig.

Das aktuelle Veranstaltungsprogramm dazu können Sie unserem Flyer als pdf-Dokument entnehmen.


2018

6. Tag der Industriekultur in Leipzig / Veranstaltung im Deutschen Museum für Galvanotechnik

Am 25.08.2018 beteiligte sich der Verein Deutsches Museum für Galvanotechnik e. V. (VDMG e. V.) mit seinem Programmangebot an den 6. Tagen der Industriekultur in Leipzig.

Besonders die drei Vorträge und das „offene Werktor“ – Umgestaltung eines alten Betriebsgeländes in eine neue Fertigungsstätte inmitten einer bestehenden Wohnbebauung – erfreuten sich regen Zuspruchs. Allein das „offene Werktor“ hat 29 Besucher angezogen. Insgesamt konnten 102 Besucher an diesem Tag im Deutschen Museum für Galvanotechnik begrüßt werden.

Nachdem der 1. Vorsitzende des Vereins, Thilo von Vopelius, die Teilnehmer begrüßt und der 2. Vorsitzende des Vereins, Dr. Ulrich Vieweger, den Band II des Buches „Leipzig – die Wiege der Galvanotechnik“ vorgestellt hatte, begann das Vortragsprogramm.

Mit den Vortragsthemen wurden offensichtlich Themen angesprochen, die im Fokus liegen; nicht nur bei Fachkollegen und-kolleginnen, sondern auch bei der interessierten Öffentlichkeit.

Den ersten Vortrag gestaltete Frank Schaale, Verein deutsches Museum für Galvanotechnik e. V., zum Thema „Die Speicherung erneuerbarer Energien“. Dabei wurde zunächst die Definition der Begriffe „Erneuerbare Energien“ und „Energiewende“ erläutert, es wurden Herkunft und Beispiele für erneuerbare Energien aufgezeigt sowie die Ziele der Energiewende benannt. Anhand von Diagrammen stellte Schaale das bereits Erreichte dar.

Dass die Ziele der Energiewende nur mit der Kopplung der Energiesektoren, mit dem Ausbau der Stromnetze, der Schaffung neuer, intelligenter Netze, sog. Smart Grids, sowie dem Ausbau bestehender und Schaffung neuer Energiespeicher und Speichertechnologien zu erreichen sind, zeigte der nächste Teil des Vortrags. Es wurden Beispiele für die verschiedenen Speicherarten Potentielle, Thermodynamische, Chemische und Kinetische Energie benannt, historische Anlagen, aktuelle und zukünftige Projekte gezeigt. Insbesondere eingegangen wurde auf die chemischen Energiespeicher, hier speziell auf die Batteriespeicher und -technik. Deren Erfindung, Entwicklung und industrieller Anwendung ist eng mit dem Aufschwung der Galvanotechnik im 19. Und 20. Jh. verbunden.

In der Zusammenfassung wies der Referent auf die Notwendigkeit einer schnellen und intelligenten Verteilung bzw. Speicherung von Energieüberschüssen hin. Dies bedingt den Aufbau intelligenter Netze, den Ausbau bestehender sowie die Schaffung neuer Energiespeicher. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen, die Unternehmen richten sich beim Umsetzen neuer Technologien ausschließlich nach der Wirtschaftlichkeit.

Dr. Frank Erler, TZO Leipzig GmbH, befasste sich in seinem Vortrag mit einem sehr wesentlichen Thema: Der Umweltsimulation zur Prüfung neuer Bauteile vor der Zulassung zur Herstellung neuer Produktionsgüter. Ziel der Umweltsimulation ist die Aufdeckung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, die Qualifikation von Erzeugnissen für gegebene Umweltbedingungen und die Optimierung einer umweltbezogenen Produktentwicklung auch im Hinblick auf das nachhaltige Wirtschaften. Die Details der Auswahl klassifizierter Umweltbedingungen sowie der Bedingungen der Prüfprozesse müssen produktspezifisch geregelt werden. Akkreditierte Prüflabore – sowie beispielsweise das Labor für Umwelterprobung und Werkstoffprüfung der TZO Leipzig GmbH – stehen mit ihren Leistungsprofilen hier zur Verfügung. Bei der Umweltsimulation geht es im Wesentlichen um die Verschärfung von Beanspruchungsparametern, aber die Verschärfung muss so begrenzt werden, dass der Schädigungsmechanismus unter Laborbedingungen derselbe bleibt wie unter Feldbedingungen. Erler brachte im Rahmen seiner Ausführungen zahlreiche interessante Beispiele wo mittels der Umweltsimulation Schadensfälle aufgeklärt bzw. Schadensfälle durch eine umweltbezogene Produktentwicklung verhindert werden konnten.

Sehr viel Zuspruch fanden die Ausführungen von Dr. Olaf Boehnke, Sachverständiger Umweltschutz, zum Thema: Kobalt, Nickel, Chrom-vor 50 Jahren Garanten des Fortschritts und heute? Alles Metalle, die für die Galvanotechnik eine immens wichtige Bedeutung haben.

Durch die Aufnahme von Chrom und Kobalt in den Anhang XIV der EG VO 1907/2006 und die Diskussion der krebserzeugenden Wirkung von Nickel sind insbesondere diese drei Metalle sehr stark bei der Bevölkerung in Verruf geraten. Die Oberflächentechnik hat verstärkt mit Vorurteilen bzgl. der Gesundheitsgefährdung zu kämpfen. Auf der anderen Seite gilt es zu kommunizieren, welch enorme Bedeutung galvanische Techniken und elektrochemische Prozesse heute für die Schlüsseltechnologien gegenwärtig und zukünftig haben. Boehnke machte deutlich, dass es zulässig sein muss, zu hinterfragen:

  • Ist der eingeschlagene Weg der Verwendungsverbote der Richtige?
  • Ist die getroffene Auswahl effektiv?
  • Ist die jeweilige Begründung verifizierbar?
  • Wie sieht die Umweltbilanz nach 10 Jahren aus?

Die intensive Diskussion zeigte, dass die angesprochenen Fragen im Fokus der Branche und der Öffentlichkeit – aus unterschiedlichen Gründen – stehen.

Wie in den Jahren zuvor wurde zur Veranschaulichung des galvanischen Prozesses das Vergolden von kleinen Aluminium-Münzen gezeigt. Für alle Bescuher immer wieder ein spannender Prozess zu sehen, wieviel Verfahrensstufen erforderlich sind, um so eine kleine Münze mit einer Goldschicht zu versehen. Die vergoldeten Aluminium-Münzen konnten die Besucher als Souvenir von der Veranstaltung mitnehmen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Mitarbeiter der MacDermid Enthone GmbH, Servicecenter Leipzig für die Bereitstellung der Elektrolyte und deren Entsorgung.

Auch die Filme

  • Werk-und Werbefilm „Langbein-Pfanhauser Werke AG“ von 1925
  • Die Entwicklung auf dem ehemaligen Gelände der Galvanotechnik Leipzig
  • Kunststoffgalvanisieren

wurden wieder präsentiert und fanden interessierte Zuschauer.

Wie schon eingangs erwähnt, fand das „Offene Werktor“ in diesem Jahr einen besonderen Zuspruch. Dr. Knop. Vopelius Chemie AG (VCAG), zeigte und erläuterte den Teilnehmern die Umgestaltung eines alten Betriebsgeländes (der Galvanotechnik Leipzig) in eine moderne Fertigungsstätte zur Herstellung von Chemikalien. Die in unmittelbarer Umgebung befindliche Wohnbebauung musste bei der Umstrukturierung ebenso beachtet werden. Die Erfolge der VCAG geben dem Konzept recht, dass Beides möglich ist: Bau einer modernen Fertigungsstätte an einem alten Industriestandort und Wohnungen nahe beieinander.

Alle Besucher machten von den Führungen durch das Museum Gebrauch, die während des gesamten Tages angeboten wurden. Auch hier konnten sie viel Interessantes zum Standort und zu den Möglichkeiten der Galvanotechnik erfahren.

Auch die Synergie mit den beiden Glasbläsern Markus Heinze und Axel Rohmer, die künstlerische und technische Glasprodukte ausstellten, haben wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Interessante technische und künstlerische Glasgegenstände konnten erworben werden.

Alles in allem war es ein schönes rundes Programm, das angeboten wurde und sich gut in das Gesamtprogramm des Vereins Industriekultur einfügte.

Den drei Referenten, Frank Schaale, Dr. Frank Erler und Dr. Olaf Boehnke, auch auf diesem Weg noch einmal ein herzliches Dankeschön für ihre Beiträge.

28.10.2018                                                                                                   M. Regal


Plakatausstellung im Museum

In der Zeit vom 29.09. bis 19.10.2018 findet in Museum für Galvanotechnik in Leipzig eine Plakatausstellung statt. Die genauen Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte dem angehängten Plakat.

Der Verein „plakat-sozial“ mit dem es schon einmal eine erfolgreiche Ausstellung im Museum gab, hat aus über 700 Einsendungen aus 35 Ländern eine Auswahl von 89 Plakaten getroffen, die im Museum unter dem Thema

„Demokratie – vor allem!“

gezeigt werden.

Gleichzeitig besteht natürlich die Möglichkeit, zu diesen Öffnungszeiten unser Museum zu besichtigen. Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihr Kommen.


ZVO-Oberflächentage Leipzig 19. – 21.09.2018, Ausstellungen des Vereins Deutsches Museum für Galvanotechnik e. V.

Der Verein Deutsches Museum für Galvanotechnik e. V. (VDMG e. V.) beteiligt sich an den diesjährigen ZVO-Oberflächentagen mit zwei Sonderausstellungen am Programm und will die Vertreter der Branche damit, neben seinen Angeboten direkt im Museum, auf die Aktivitäten des VDMG e. V. aufmerksam machen.

Zum einen werden im Rahmen der Ausstellung „Werbung im Wandel der Zeit“ Werbeanzeigen aus den Jahren 1881 bis 2010 als Poster in A1-Format-Größe gezeigt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Werbung stark und es entwickelte sich die Zielgruppen-Werbung. Die Ausstellung belegt, dass auch in der Galvanotechnik diese Zielgruppen-Werbung Einzug hielt. Einige Firmen, die mit diesen Werbeanzeigen für ihre Produkte werben, sind auch heute noch am Markt tätig. Der VDMG e. V. denkt, es ist spannend zu sehen, welche Produkte in der genannten Zeiten und wie beworben wurden sowie auch der Vergleich zu heutigen Werbeanzeigen.

Die zweite Ausstellung steht unter dem Thema „ Stromversorgungstechnik für die Galvanotechnik in der Entwicklung“. Hier wird anhand von Exponaten, die im Bestand des Museums für Galvanotechnik sind, die Entwicklung der Stromversorgungstechnik dargestellt. Exponate wie, die Voltaschen Säule, die erste brauchbare kontinuierliche Gleichstromquelle, das Bunsenelement, das von der Zeit seiner Erfindung bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts die leistungsfähigste Gleichstromquelle für die Galvanotechnik war, die Dynamomaschine von Werner von Siemens bis zu den verschiedenen Gleichrichtertypen (Selen, Silizium), können von den Teilnehmern der Veranstaltung besichtigt werden. Auch die aktuellste Entwicklung auf dem Gebiet des Gleichrichterbaus – die Schaltnetztechnik – ist Bestandteil der Ausstellung.  Außer den gezeigten Exponaten hat das Museum weitere Stromgeneratoren und Gleichrichter, die aufgrund ihrer Größe nicht im Rahmen dieser Präsentation gezeigt werden können, im Bestand.  Die Exponatbeschreibungen liefern interessante Details zur Entwicklung der Stromversorgungstechnik in der Galvanotechnik.

Des Weiteren wird der VDMG e. V. in einem Impulsvortrag (Donnerstag, 20.09.2018 9.00 Uhr) seine Zielstellungen, die nicht nur Bewahren, sondern insbesondere auch die Ausrichtung auf die Gegenwart und die künftige Entwicklung der Galvanotechnik beinhalten, präsentieren.


Tag der Industriekultur 2018

Am 25.08.2018 nimmt der Verein Deutsches Museum für Galvanotechnik e. V. Leipzig nunmehr zum 6. Mal am Tag des Industriekultur Leipzig teil. Über die organisatorischen Details und das umfangreiche Programm informieren Sie sich bitte im Flyer, den Sie bei uns HIER als PDF herunterladen können.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen  eine interessante Veranstaltung


ZVO übernimmt ideelle Trägerschaft für den Verein

Der Vorstand des ZVO hat am 12. Juni 2018 die ideelle Trägerschaft für das Deutsche Museum für Galvanotechnik ohne finanzielle Verpflichtungen des ZVO befristet bis Ende 2019 einstimmig befürwortet.

Verbunden mit dieser Entscheidung ist die Erwartung des ZVO-Vorstandes, dass der VDMG-Vorstand einmal jährlich dem ZVO-Vorstand über die Entwicklung des Galvanomuseums berichtet. Der ZVO-Vorstand wird Verlängerungen der ideellen Trägerschaft von der Entwicklung des Galvanomuseums abhängig machen. Ferner hat der VDMG-Vorstand, entsprechend der Grundsatzentscheidung des Landes Sachsens, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Ausrichtung des Galvanomuseums verstärkt auf die Gegenwart und zukünftige Entwicklung der Galvanotechnik fokussiert. Eine ausgeglichene Haushaltslage des Vereins sowie die Modernisierung des Galvanomuseums im Rahmen seiner Möglichkeiten sind ebenfalls an künftige Verlängerungen der ideellen Trägerschaft geknüpft. Eine erste Berichterstattung ist für das 2. Quartal 2019 vorzusehen.

Gleichzeitig hat der ZVO-Vorstand ein Leitbild für das Deutsche Museum für Galvanotechnik entworfen, welches wie folgt aussieht:

Das Deutsche Galvanomuseum in Leipzig ist das weltweit einzige Museum, welches die Geschichte der Galvanotechnik bewahrt und ausstellt. Basierend auf dieser Vergangenheit stellt das Deutsche Galvanomuseum eine außerschulische Bildungsstätte insbesondere für Schulen der Sekundärstufen I und II der Stadt Leipzig und des Landes Sachsen dar, in der Wissen und Funktionsweisen der Galvanotechnik als Schlüsseltechnologie für nahezu alles Wirtschafts- und Lebensbereiche in Theorie und Praxis vermittelt werden. Der Zentralverband Oberflächentechnik e.V. unterstützt das Deutsche Museum in seinen Zielen und seinem Wirken durch seine ideelle Trägerschaft.

Der Vorstand des VDMG begrüßt die Entscheidung des ZVO-Vorstandes, die ideelle Trägerschaft zu übernehmen und wird alles daransetzen, die an die ideelle Trägerschaft geknüpften Bedingungen zu erfüllen.


Jugendliche des Kantgymnasiums Leipzig besuchen unser Museum
Am 12. Juni besuchten uns in zwei Gruppen 48 Jugendliche (11. Klasse) und zwei Lehrer des Kantgymnasiums Leipzig im Museum. Wie immer bei solchen Besuchen wurden sie zu Beginn mit einem Vortrag „Was ist Galvanotechnik“ in die Geheimnisse der Galvanotechnik eingeweiht. Danach konnten sie live erleben, wie verkupferte Münzen vergoldet werden und Jeder konnte eine solche Münze mit nach Hause nehmen. Abschließend erfolgte ein Rundgang durch das Museum, um ihnen die Vielfältig dieser wenig bekannten Technik nahe zu bringen.

Für Lehrer und Schüler waren es interessante zwei Stunden, die einen Beitrag zum Chemieunterricht im Fach Elektrochemie gaben, wofür man sich herzlich bedankte.

Die Schüler haben über diesen Besuch einen Artikel auf ihrer Schulhomepage veröffentlicht: „Diplom Chemiker“ auf Exkursion


2017

Tag der Industriekultur 2017

Bereits zum fünften Male beteiligte sich der Verein Deutsches Museum für Galvanotechnik e. V. (VDMG) mit einem ansprechenden und vielseitigen Programm an den Tagen der Industriekultur in Leipzig. Die Organisatoren konnten am 12.08.2017 87 Besucher begrüßen und waren besonders darüber erfreut, dass das Museum für Galvanotechnik steigenden Zuspruch durch interessierte Besucher nicht nur aus dem Bereich Oberflächentechnik erfährt. Besonders erfreut waren die Veranstalter, dass der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, Dr. Volker Rodekamp, und Dr. Dirk Schaal von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen (Koordinierungsstelle Sächsische Industriekultur) dem Museum einen Besuch abstatteten.

Zum Beginn der Veranstaltung begrüßte Thilo v. Vopelius, 1. Vorsitzender des VDMG, die zahlreich erschienenen Gäste und Dr. Ulrich Vieweger, 2. Vorsitzender des VDMG, stellte Band I der Chronik „Leipzig – Die Wiege der Galvanotechnik in Deutschland“ vor. Dieser Band I beinhaltet die Chronik der Firmen von Wilhelm Pfanhauser Wien 1873 bis 1907 und Dr. Georg Langbein Leipzig 1881 bis 1907 und wird zu einem Preis von 95,00 € über den Museumsshop vertrieben. Autor dieser Chronik ist Dr. Vieweger.

Das Programm beinhaltete drei Vorträge zu sehr unterschiedlichen Themen des Gebietes Oberflächentechnik. Joachim Knop, plating electronic GmbH, gab einen historischen Abriss zur Entwicklung der Stromversorgungstechnik für galvanische Prozesse bis zu den heute Verwendung findenden Gleichrichtern.

Die Stromversorgungstechnik hatte ihre Anfänge im Jahre 1799 mit der Entwicklung der Volta’schen Säule, die Vorgängerin der heutigen Batterie. 1841 folgte Robert Wilhelm Bunsen mit der Entwicklung des Bunsenelements, der wichtigsten Gleichstromquelle bis zur Einführung der Dynamomaschine. 1866 entwickelte Ernst Werner v. Siemens die Dynamomaschine und schuf damit eine leistungsstarke Stromerzeugungsquelle für die Galvanotechnik. Weiter ging die Entwicklung mit dem Bau der ersten Drehstromtransformatoren durch die AEG in der noch heute üblichen Dreischenkelform. Das war die Voraussetzung für eine zentrale Energieversorgung sowie die Möglichkeit zur Potentialtrennung vom Netz und die Anpassung der Badspannung an den Prozess. Um 1930 erfolgte die Einführung der Selengleichrichter ohne rotierenden Umformer zur Gleichstromerzeugung. Bis ca. 1980 waren Selen-Gleichrichter für luft- und ölgekühlte Gleichrichter im Einsatz. Die Selen-Gleichrichter waren robust und überlastfähig, jedoch traten durch die Alterung steigende Wärmeverluste auf.

Knop erläuterte im weiteren Verlauf des Vortrags anhand zahlreicher Folien Gleichrichter in Stelltransformator-Technologie mit Selen- oder Silizium-Gleichrichtung, thyristorgeregelte Gleichrichter, Pulse-Reverse-Stromquellen sowie die Schaltnetzteil-Technologie bis hin zu den aktuellen Gleichrichter-Technologieentwicklungen. Wir unterscheiden heute zwischen motorisch- und elektronisch geregelten Gleichrichtern. Hauptsächlich werden drei Arten von Gleichrichter-Technologien eingesetzt. Das sind: Stelltransformatoren, Thyristoren und Schaltnetzteile. Je nach Einsatzort wird die Art der Kühlung gewählt: Öl-Kühlung, Öl-Wasser-Kühlung, Luft-Kühlung und Wasser-Kühlung. Die heutigen Technologien unterscheiden sich in den technischen Spezifikationen, im Platzbedarf, im Regalverhalten, in der Servicefreundlichkeit, der Restwelligkeit, im Schutzgrad gegen Verschmutzung und Korrosion sowie vor allem im Energieverbrauch. Um Gleichrichter für die Oberflächentechnik optimal zu bestimmen, sollten diese wesentlichsten Kriterien beachtet und daraus gezielt Schutzgrad und Technologie für die Anwendung ausgewählt werden. Dabei ist jeder Anwender gefragt, denn es gibt nicht den Gleichrichter, aber immer eine optimale Lösung.

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Herrn Knop für seinen gut recherchierten und dargebotenen Vortrag.

Im nächsten Vortrag gab Marion Regal, Schatzmeisterin des Vereins, die Antwort auf die Frage: „Was die Herstellung von Schallplatten mit Vätern, Müttern und Söhnen zu tun hat“.Die Schallplatte feiert in diesem Jahr ihren 130. Geburtstag und feiert aktuell eine Wiedergeburt, denn die Produktionszahlen steigen seit drei Jahren kontinuierlich. Beispielsweise stieg von 2015 zu 2016 die Produktion von Schallplatten um 48% von 2,1 auf 3,1 Mio. Stück. Unter Experten gibt es einige Theorien, warum es gerade jetzt zur Wiederbelebung der Schallplatte kommt; unter DC’s ist sie ja nie ganz weg gewesen. Eine Erklärung könnte die Sehnsucht nach Entschleunigung sein.

Regal zeigte im Weiteren den Entwicklungsweg der Schallplatte auf. Im Jahre 1887 gelang es, Emil Berliner auf galvanoplastischem Weg ein Zink-Positiv herzustellen. Das bezeichnet man als die Geburtsstunde der Schallplatte. Wesentliche Meilensteine auf dem Entwicklungsweg waren 1896 der Beginn der Herstellung von Schellackplatten, 1925 die Entwicklung des elektrischen Aufnahmeverfahrens und 1930 die Entwicklung der Vinyl-Schallplatte, die jedoch erst Ende der 50iger Jahre die Schellackplatte in Deutschland ablöste.

Die Referentin führte weiter aus: Zur Herstellung von Schallplatten gibt es zwei Technologien, womit sie sich der Beantwortung der Frage im Vortragsthema näherte. Nach Technologie I wird eine Aluminium-Scheibe mit Polyvinyl-Acetatlack überzogen, in die mit dem Schneidstichel die Toninformation geschnitten wird. Damit liegt die Masterfolie vor. Die Masterfolie wird mittels Silber leitend gemacht und danach wird versilberte Masterfolie dick vernickelt. Die Nickelschicht wird abgezogen und man erhält den „Vater“ (Negativ). Durch Vernickelung des Vaters wird ein Positiv erzeugt, die „Mutter“. Die eigentlichen Pressmatrizen sind die „Söhne“ (Negativ), die wiederum durch Vernickelung hergestellt werden. Diese Pressmatrizen = Söhne gehen dann zum Presswerk und daraus werden Vinyl-Schallplatten mit den erforderlichen Auflagen gepresst; also ein sehr aufwendiger Prozess.

Um den Umweg über „Väter“ und „Mütter“ zu vermeiden, wurde Anfang der 80iger Jahre von Teldec das DMM-Verfahren (Direct Metal Mastering) entwickelt. DMM ist das Warenzeichen der ehemaligen Schallplattenfirma Teldec und war bei seiner Einführung eine Revolution in der Schallplattenherstellung. Als Grundmaterial wird hier eine Edelstahlscheibe eingesetzt, die mit einer Schichtdicke von 100 bis 150 µm verkupfert wird. Das ist die DMM-Masterfolie (Positiv). Diese wird vernickelt und so entstehen die „Söhne“, die als Negative zum Presswerk zur Herstellung der Vinyl-Schallplatten gehen. Wesentliche Vorteile dieses Verfahrens sind der Zeitgewinn, die Kosteneinsparung sowie weisen die nach dem DMM-Verfahren produzierten Schallplatten weniger Nebengeräusche auf und haben keine störenden Vorechos. Von manchen wird als Nachteil betrachtet, dass die Rillentiefe etwas flacher ist und damit die hergestellten Schallplatten einen Tick leiser sind. Beide Technologien werden in der Praxis noch eingesetzt. Je nach Historie, technischer Voraussetzungen und Auffassung des entsprechenden Schneidstudios wird die eine oder andere Technologie verwendet. Wenn die Voraussetzungen – ausreichend qualitativ einwandfreie Kupfer-Blanks – da wären, würde das DMM-Verfahren bei weiteren Schneidstudios zum Einsatz kommen. Dazu kommen noch weitere Schwierigkeiten in der Wertschöpfungskette der Vinylplatte, die u. a. darin begründet sind, dass Schneid- und Pressmaschinen nicht weiter entwickelt wurden und Erfahrungsträger in allen Bereichen fehlen. Die Branche ist sich dessen bewusst und hat einige Aktivitäten eingeleitet, damit der aktuelle Boom nicht schnell wieder abebbt.

Der Einsatz von Leichtbaumetallen ist in vielen Industriezweigen gefragt. So beschäftigte sich Professor Peter Kurze in seinem Vortrag mit den Besonderheiten der Herstellung von Magnesium sowie den aktuellen und zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des Werkstoffs Magnesium.

Zunächst brachte Kurze einen historischen Abriss zur Gewinnung und Verwendung von Magnesium. 1808 wird erstmals von H. Davy Magnesium hergestellt. 1833 produziert Michael Faraday erstmals Magnesium mittels Elektrolyse. Das war und ist die Grundlage für die heutige Produktion. Weitere wesentliche Schritte waren 1886 der Beginn der ersten industriellen Produktion von Magnesium in der Aluminium-Magnesium-Fabrik Hemeling bei Bremen und 1916 die Herstellung von elektrolytischem Magnesium durch die DOW Chemical Corporation in den USA. In den 20iger und 30iger Jahren des 19. Jahrhunderts wird zunehmend Magnesium in deutschen Autos verbaut. Die niedere Dichte machte Magnesium schon früh für mobile Anwendungen interessant. So baut beispielsweise OPEL 1922 einen Motorradmotor mit Magnesium-Kurbelgehäuse und Magnesiumkolben und der „Adler Standard R6“ enthält 73,8 kg Magnesium-Teile. Nach 1930 verwendete man Magnesiumlegierungen zunehmend im Flugzeugbau, denn die mit ihnen möglichen Gewichtseinsparungen, erlaubten energieeffizientere Flüge wie auch höhere Zuladung. All dies führte zu einem raschen Ausbau der Magnesiumerzeugung in Deutschland. In den 30iger Jahren stellte Deutschland so viel Magnesium her, dass kein Zukauf erforderlich war.

Kurze führte weiter aus, dass 1941 erstmals Magnesium aus Meerwasser durch die DOW Chemical in den USA hergestellt wurde. 1951 beginnt Norsk Hydro (Norwegen) und 1997 Israel mit der Produktion von Magnesium aus Meerwasser.

Magnesiumlegierungen sind mit dem heutigen Stand der Technik sehr gut händelbar und rücken diesen Konstruktionswerkstoff weiter in den Vordergrund. Heute werden Magnesiumlegierungen nicht allein unter dem Gesichtspunkt Gewichtsersparnis verwendet, sondern sie zeichnen sich zudem durch hohe Dämpfung aus. Dies führt bei Schwingungsbelastung zu einer Verringerung der Vibration und Geräuschemission. Auch aus diesem Grunde sind Magnesiumlegierungen interessante Werkstoffe im Motorenbau, wie überhaupt im Automobilbau geworden. Kurze erläuterte im Folgenden einige interessante Anwendungsfälle:

  • Automobilbau
  • Lenkgetriebe Gehäuse
  • Steuerwalzen für Scheinwerfer
  • Cockpit
  • Luft- und Raumfahrtindustrie
  • Hochfrequenz-Verstärkerrohre in Telekommunikationssatelitten
  • Gelenke für Solar-Panel
  • Medizintechnik (Stent-Implantationen)

Auch an Kurze an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für seinen aufschlussreichen Vortrag.

Viel Zuspruch fanden die Programmangebote „Offenes Werktor“ und „Galvanotechnik zum Anfassen“. Im Rahmen des „Offenen Werktores“ führte Thilo v. Vopelius durch die Vopelius Chemie AG und machte die über 30 Teilnehmer mit den von der Vopelius Chemie AG vorgenommenen zukunftsweisenden Restaurierungen alter Industriebauten vertraut.

In der Mustergalvanik wurde die Vergoldung von kleinen Aluminium-Münzen demonstriert. Den Besuchern wurde anschaulich vorgeführt, wie galvanotechnische Beschichtung funktioniert. Das Ergebnis – die vergoldete Münze – wird gern als Souvenir mitgenommen.

Nach dem guten Erfolg in 2016 wurde auch in diesem Jahr eine Plakat-Ausstellung von 30 Plakaten in das Programmangebot integriert. Gezeigt wurden Plakate zum Thema „ Internationale Plakate zur Gegenwart“, die von Herrn Fiedler, Verein zur Förderung visueller Kultur plakat-sozial e. V., zur Verfügung gestellt wurden.

  • Abgerundet wurde das Programmangebot durch die ganztägigen Filmvorführungen
  • Werk- und Werbefilm der Langbein-Pfanhauser Werke AG von 1925
  • Die Entwicklung auf dem ehemaligen Gelände der Galvanotechnik Leipzig nach 1990 (von Wolfgang Rittenschober)
  • Kunststoffgalvanisieren (aufgenommen durch SMK GmbH Oberlungwitz)
  • Vergolden von Münzen

Die Veranstalter sind mit dem Ergebnis der Veranstaltung zufrieden und werden die geknüpften Kontakte weiter ausbauen, um das Museum für Galvanotechnik in der Museenlandschaft der Stadt Leipzig weiter voran zu bringen.

8.1.18 Marion Regal


Nachdrucke & Film

Neuauflage des historischen Buches „Praktische Anleitung zum Galvanisieren von Metallen“ von Wilhelm Pfanhauser, Wien 1878 als Nachdruck.

Sie können dieses Buch beim VDMG e.V. zum Preis von 130,00 EUR zzgl. 5,00 EUR Versandkosten beziehen. Die Auflage ist limitiert auf 100 Exemplare.

VERGRIFFEN/AUSVERKAUFT

Wegen der regen Nachfrage für historische Fachbücher hat sich der Verein entschlossen, die 1. Auflage des Fachbuches von Dr. Georg Langbein aus dem Jahre 1886 ebenfalls in einer aufwendigen originalgetreuen Aufmachung herstellen zu lassen. Vorbestellungen bitte an info(at)vdmg.de

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Der Werbefilm über die Langbein-Pfannhauser Werke AG auf DVD in schwarzweiss aus dem Jahre 1925 ist im Museums-Shop des Vereins erhältlich. Die Unkostenpauschale dafür beträgt 12,00 EUR zzgl. 3,00 EUR Versandkosten.

DVD Werkfilm LPW - Kopie

 

 

 

 

 

Medaille 30×2 Millimeter

Auf der Vorderseite befindet sich das geprägte Museums-Logo und der Schriftzug „Leipzig Wiege der Galvanotechnik in Deutschland“
Auf der Rückseite geprägt sind ein galvanisches Element und der Schriftzug „Verein Deutsches Museum für Galvanotechnik gegründet 2010 in Leipzig“

erhältlich im Museums-Shop

Buch „Leipzig – die Wiege der Galvanotechnik in Deutschland“
(von Dr. Ulrich Vieweger)

Eine Chronik der Firmen von Wilhelm Pfanhauser Wien 1873 bis 1907 und Dr. Georg Langbein Leipzig 1881 bis 1907, Band I, 188 Seiten, Einband Leinen

 

 

Ebenfalls erhältlich im Museums-Shop


Veröffentlichungen

Unser Vereins- und Vorstandsmitglied Dr. Vieweger hat in der Zeitschrift Galvanotechnik vom Eugen G. Leuze Verlag, Bad Saulgau seit 2010 in unregelmäßigen Abständen bisher 15 Teile des Beitrages “Historischer Spaziergang durch Leipzig – die Wiege der Galvanotechnik in Deutschland” veröffentlicht. Dabei wird die Geschichte der Galvanotechnik am Standort Leipzig in der Zeit von 1873bis 1948 und in Wien von 1873 bis 1907 in über 100 Seiten mit zahlreichen Bildern beschrieben.

Desweiteren hat Herr Dr. Vieweger in den „Leipziger Blättern„, Nr. 62, Frühjahresausgabe (ein Journal der Kulturstiftung Leipzig mit über 90 Seiten) die Veröffentlichung eines Artikels über die Galvanotechnik initiiert, der von Ralph Gambihler mit dem Titel „Vernickelt, verchromt, verkupfert“ geschrieben die Geschichte der Galvanotechnik in Leipzig umreist.